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Tag 47. Von Den USA Nach Kanada - Mit Dem Greyhound Bus

Und noch ein Mal.

Unglaublich wie schnell sechs Wochen vergehen können. Da hatte Albert wohl Recht und Zeit ist relativ. Aufstehen mussten wir trotzdem. Wir hatten noch ein wenig Zeit aber die wollten wir anderweitig nutzen. Also erstmal Duschen, dann die Sachen zusammen suchen, aussortieren und packen. Eine ganze Kiste blieb über. Diverse Dinge mussten wir zurücklassen und wir fragten Cesar, ob er was davon gebrauchen könne. Er konnte alles gebrauchen. Zum Glück für uns, eine Sorge weniger. Da wir uns in den letzten Tagen nichts neues mehr angeschafft hatten, darunter fallen auch Lebensmittel, mussten wir Notgedrungen Auswärts Speisen.

Wir hätten eigentlich um elf Uhr auschecken müssen. Es war jetzt Punkt Elf. Da wir aber nicht mit Sack und Pack bei Denny’s einreiten wollten, fragten wir Cesar, ob es möglich sei, die Sachen noch für eine weitere Stunde bei ihnen zu lassen, während wir Frühstückten. Und ob. Auch Courtney hatte diesbezüglich keinerlei Einwände. Ein tolles Paar die beiden. So liefen wir nun die fünf Minuten zu Denny’s und zwar ganz entspannt. Ein letztes Mal wurde das All American Breakfast bestellt. Kaffee, Orangensaft, Pfannkuchen, Würstchen, Speck und Spiegelei.

So gut genährt, liefen wir zurück zum Haus unserer Gastgeber. Wir schnappten unsere Sachen und Schnappatmeten ein paar Mal ein und aus. So voll gegessen und nun so voll beladen. Einige Dinge sind während unserer Reise noch dazu gekommen. Ein Souvenir hier, eines da und Zack, hast du fünf Kilo mehr zu buckeln. Mit den besten Wünschen verabschiedeten uns die beiden und wir hofften, einander irgendwann noch einmal wieder zu sehen. Wir wünschten ihnen alles nur erdenklich Gute für die nächsten Wochen. Denn Courtney hatte die erste Hälfte der Schwangerschaft nun hinter sich. Wir drückten und drücken beiden die Daumen das alles gut gehen wird und ihre kleine Familie um ein gesundes Mitglied reicher wird.

Schon in den Tagen zuvor hatten wir uns ja schlau gemacht, wo genau sich der Busbahnhof für die Fernbusse befindet. Somit hatten wir relativ leichtes Spiel. Die Busstation war drei Minuten zu Fuß, dann folgte eine vierzig minütige Busfahrt und erneut drei Minuten Fußweg. Nun liefen wir unter der Autobahn entlang, vor unserer Nase das Safeco Field, das Stadion für sportliche Ereignisse. So erreichten wir mit Sack und Pack den Check-In-Schalter, des Busbahnhofs. Wir hatten das Premium Packet gebucht. Das beinhaltet nichts weiter, als das wir für relativ günstig, unser ganzes Übergepäck mitnehmen durften. Da wir ja unsere Tickets vor ein paar Tagen hier umgebucht hatten und neue bekamen, fiel uns nicht gleich auf, dass ein Fehler unterlaufen war.



Auf den neuen Tickets war kein Übergepäck angegeben. Die Dame hinter dem Schalter, wollte uns nun eine Rechnung für das extra Gepäck stellen. Damit waren wir natürlich nicht einverstanden, doch zum Glück hatten wir ja noch die Ausdrucke der Originaltickets dabei. Nun ging das Große suchen los. In all den Unterlagen fanden wir dann doch den richtigen. Der Schalter lag nun voll mit unseren Dokumenten. Wir ordneten wieder alles und verstauten es in den Back Packs.

Die Dame wusste mit dem Schreiben aber nichts anzufangen und rief einen Kollegen dazu. Dieser war auch schnell im Bilde und konnte uns weiterhelfen. Die Tickets wurden eingezogen und dafür neue ausgestellt. Nun Stimmte einfach alles. Wir hatten nun fast zwei Stunden Zeit bis unser Bus vom Hof rollte. Wir nahmen auf einen der Sitze Platz und machten es uns dort bequem. Ein junger Deutscher Rucksack Tourist, fragte ganz nebenbei in die Menge, ob sich Deutsche unter den wartenden befinden. Als sich gleich ein Pärchen meldete und er auf sie zulief, schien die Sache für uns erledigt. Das nur nebenbei.

Langeweile darf natürlich nicht aufkommen und so erschien schon einmal unser Busfahrer mit kleinen Zetteln, die jeder persönlich ausfüllen musste, um seine Einreise nach Kanada zu gewährleisten. Auch unser ganzes Gepäck musste nun mit Daten versehen werden. Gepäck das später an der Grenze nicht zugeordnet werden kann, bleibt auch an der Grenze, besser gesagt beim Zoll. So die Aussage des Fahrers. Das wollte natürlich jeder vermeiden und somit ging das große schreiben los. Name, Adresse, Telefonnummer etc. Und das Ganze gleich fünf Mal. Auf dem Einreisepapier sollte man besser alles nur mit „NO“ ankreuzen, ansonsten hat oder bekommt man ein Problem. Wir hatten nichts zu verzollen, unsere Souvenirs waren auch in Ordnung, also alles kein Problem.

Der Bus wurde verladen, jeder hatte einen Platz und so konnte es losgehen. Wir erreichten ziemlich schnell die Autobahn. Unser Fahrer, schätzungsweise fünfundsechzig Jahre, war zum Scherzen aufgelegt. Er murmelte halbverständliches durch seinen fluffigen, weißen Rauschebart. Doch was man verstehen konnte war zum Wegwerfen Gut. Es gab auch eine gute Stimmung im Bus selbst, weil der Fahrer uns Regelmäßig mit witzig präsentierten Updates informierte, hatten wir auch keine andere Wahl. Wir fanden es gut und die Zeit verging.

Wir hielten noch an einigen Stationen bevor wir über die Grenze fuhren. Passagiere verließen uns und neue kamen hinzu. Es ging vorbei an Wäldern, kleinen Ortschaften und Feldern, Seen und Flüssen. So fuhren wir durch die Lande und die letzten Kilometer auf US Amerikanischen Boden. Es dämmerte bereits, als wir die Grenze erreichten. Der Fahrer ging zuerst und erledigte seinen Papierkram. Erst als er damit fertig war und zurück kam, durften wir den Bus verlassen. Das Gepäck wurde zwischenzeitlich fein säuberlich bereitgestellt. Jeder suchte nun sein Hab und Gut zusammen und reihte sich zur Passkontrolle ein.



Alice hatte ihren Pass und auch ihre Visumbestätigung. Ich hatte meinen Pass und …äh… nichts. Moment mal. Wir verließen die Schlange und stellten uns ans Ende der Wartenden. Wir schauten uns kurz fragend an. Dann begannen wir erneut alle Dokumente raus zu suchen und zu sichten. Und … äh… nichts. Wir waren nun am Spekulieren, Diskutieren, Analysieren aber die Visumbestätigung fand sich nicht an. Es half nichts, nun musste es auch ohne gehen. Der Ablauf bei den drei Zollbeamten war dagegen vorbildlich. Akkurat, präzise, effektiv. Die Schlange verkürzte sich im Minutentakt. Nun waren wir an der Reihe. Als Paar durften wir zusammen zum Schalter von Boarder Officer Chan. Herr Chan sichtete zuerst die Dokumente von Alice und danach meine. Er fragte nach der Visumbestätigung. Ich teilte ihm mit, dass mir diese abhandengekommen sei. Als letzte aus dem Bus, gingen wir nun in den Abfertigungsbereich. Es waren noch immer zwei andere aus unserem Bus hier. Wir nahmen erneut Platz, während mich Boarder Officer Chan Namentlich aufrief. Ich ging zum Schalter und beantwortete die Fragen. Als ich zum Platz zurücklief, fing mich einer der beiden ab. Es war der junge Deutsche Rucksack Tourist vom Busbahnhof.

Er sprach mich mit vollem Namen an. Ich war verwundert. Woher weiß er, wer ich bin? Er hatte am Busbahnhof auf dem Schalter diesen Zettel gefunden. Mit meinem Namen darauf und er wusste auch das dies ein wichtiges Dokument sei, das er dort gefunden hatte. Ich schaute ihn nur verdutzt an. Warum er denn nichts gesagt hat, fragte ich ihn. Er hätte doch am Busbahnhof laut in die Menge gerufen, ob hier deutsche anwesend sind. Ob er das Dokument mitgenommen hat, fragte ich ihn umgehend. Natürlich nicht. Ich fragte ihn, warum er nicht meinen Namen gerufen hat, anstatt deutsche?

Der junge Mann, gerade erst achtzehn Jahre alt geworden und in der Blüte seiner Jugend. Er hatte mich doch aber via Facebook ausfindig gemacht und mir dort Bescheid gegeben, dass er meine Visumbestätigung gefunden hat. Ich war begeistert, denn auf die Frage hin, warum er nicht einfach meinen Namen gerufen hatte, bekam ich keine Antwort. Ich lachte nur laut. Er kann ja nichts dafür und wollte nur helfen und das dankte ich ihm auch sehr. Es ist schließlich unsere Unachtsamkeit gewesen, die uns das Dokument hatte vergessen lassen. Es ist einfach nur die Tatsache, dass er mich via Facebook kontaktierte und für ihn schien das so selbstverständlich zu sein.

Ich war ihm nicht Böse und gab ihm als Tipp auf dem Weg, doch so zu bleiben wie er ist. Denn für sein alter war er recht vernünftig und die Einstellung zu helfen begrüßen wir sehr. Nur wie es besser geht, muss er noch lernen. So saßen wir zu dritt und lachten über die Situation im Allgemeinen. Der junge heißt Tim und durfte nun nach Kanada einreisen. Er lief schon zum Bus und während der ganzen Zeit, die wir uns über das Missgeschick unterhalten hatten, hatte Boarder Officer Chan ganze Arbeit geleistet.

Ich durfte an den Schalter. Mit einem freundlichen Lächeln und einem festen Händedruck hieß er uns herzlichst in Kanada Willkommen. Wir bedankten uns für die gute Arbeit und befanden uns nun offiziell auf kanadischem Boden. Als letztes erreichten wir den Bus, während alle anderen circa zehn Minuten auf uns warten mussten. Der Fahrer übertünchte das mit einem Scherz und schon waren wir auf dem Weg nach Vancouver.

Auf Wiedersehen USA!

Willkommen in Kanada!

To be continued… hoffentlich schon 2018

Wir bedanken uns bei allen Lesern und für die über 25000 Klicks, die uns die letzten sechs Wochen lang begleitet haben. Wir hoffen es hat euch gefallen und würden es begrüßen, wenn ihr auch in Kanada wieder mit uns Unterwegs seid.



Jetzt ist erstmal eine längere Pause angedacht.

Wir wünschen euch eine schöne Adventszeit, Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2018.

Mit vielen lieben Grüßen Alice und Lumpi

8.12.17 00:59

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